Meine nächste (und vielleicht letzte) Sendung verfolgt eine Debatte, die nie zu Ende geführt wurde. Mahatma Gandhi äußert sich 1938 zur Situation der Jüdinnen und Juden in Europa und ruft zur Praxis des Satyagraha auf. Gewaltlos solle der Widerstand gegen das Nazi-Regime vonstattengehen. Außerdem rät Gandhi dringend davon ab, die Aliyah Bet sowie die Errichtung des Staates Israel voranzutreiben, denn dort, sagt er, gibt es ja schon ein Volk, nämlich die Palästinenser:innen.
Der Religionsphilosoph Martin Buber, der im März desselben Jahres vor den Nazis nach Palästina geflohen war, antwortet ihm, so wie auch der Pazifist und spätere Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem Juda L. Magnes und Avraham E. Shohet, der jüdisch-indische Freund von Gandhi, der das Ganze ins Rollen gebracht hatte. Gandhi antwortet nicht mehr, warum, weiß man nicht. Aber die Ereignisse überschlagen sich sowieso. Es dauert kein Jahr, da überfällt Hitler Polen, die Alliierten erklären Deutschland den Krieg und zehn Jahre später ruft Ben Gurion die Unabhängigkeit Israels aus. Der Rest ist Geschichte. Aber welche? Am 25. November auf Radio Orange, das es hoffentlich noch länger geben wird, und später, wie immer, auf der Audiothek der Philosophischen Brocken.